
Kommunikation beim Langfahrtsegeln heute
Wichtiger als bei jeder
Charter-oder Urlaubs-Yacht sind auf Langfahrtyachten
wirkungsvolle Kommunikationsmöglichkeiten. Dies ist nicht nur ein
Sicherheitsaspekt, sondern dient der
Lebensqualität. Ich kenne keinen einzigen
Langfahrtsegler, für den diese Fragen nicht von großer Wichtigkeit sind. Möge
der eine oder andere Weltumsegler bei seiner Planung noch davon geträumt haben,
auf einem einsamen Ankerplatz in der Südsee zu sitzen und weitab vom weltlichen
Stress in der Einsamkeit zu leben (und natürlich glücklich zu sein), so bringt
ihn die Realität auf den Ankerplätzen schnell auf den Boden der Tatsachen
zurück. Segeln ohne Kommunikation mit der Außenwelt ist höchst langweilig,
gelegentlich auch gefährlich. Und wenn dann gar kein anderes Argument mehr
gegenüber den Träumern zieht, dann doch wohl dieses: Es ist
keine gute Seemannschaft, nicht auf mögliche
Informationsquellen hinsichtlich Routendetails,
aber auch im Hinblick aufs Wetter zurückzugreifen.
Nachdem weltweit die
Kommunikationsprobleme auf Yachten, gleichgültig welcher Nationalität, ungefähr
dieselben sind, kann auf den Ankerplätzen und in den Marinas eine ziemlich
einheitliche Entwicklung festgestellt werden, ja die Ausrüstung gleicht sich in
so vielen Punkten, dass man fast schon von einem
Quasi-Standard sprechen kann.
„Postverbindung“
Dass heute kaum noch jemand
mit einem Briefcouvert zum „Hauptpostamt“ downtown
rennt, ist klar. „Email“ hat den
handgeschriebenen oder getippten Brief praktisch zu 100 Prozent abgelöst. Der
Vorteil, falls das jemand immer noch nicht weiß, ist die sekundenschnelle
Übertragung von geschriebenen Botschaften zum Nulltarif (fast). Leider ist
Voraussetzung für die Versendung von Emails ein
Internetanschluss.
Und das ist immer noch das
Hauptproblem auf Yachten. Sieht man mal davon ab, dass auch übers
GSM-Handy das Internet erreicht werden kann,
gibt es jedenfalls für Langfahrtyachten abseits von dicht bevölkerten Gebieten
keine vernünftige Möglichkeiten, ins Internet zu
kommen. Seit Jahren raunt man sich irgendwelche Tipps zu, wonach man mit diesem
oder jenem System das Internet erreichen kann. Aber, ich hab noch auf keiner
Yacht eine vernünftige Lösung erlebt. Freilich, ich kann mir auch mit meinem
Iridium-Handy via Satellit eine Wetterkarte im
Internet abholen, doch zu welchem Preis? Die Minute kostet rund 2 Euro und 20
Minuten sind schnell vergangen bei einer Geschwindigkeit, die gerade mal
10 Prozent vom ISDN-Anschluss erreicht.
Aber, es gibt Praktiken,
die zumindest die Versendung und den Empfang von reinen Textnachrichten
zulassen. Bitte kein Irrtum: Ohne Internet funktioniert auch das nicht. Die
Sache spielt sich – vereinfacht ausgedrückt – so ab:
Von der Yacht wird über
Kurzwelle der Email-Text an eine Landstation (oder Person) gesendet, die dann
das Ganze ins Internet einspeist. Oder, die ein Email aus dem Internet für den
Yachtsmann empfängt und diesen Text dann per
Kurzwelle an die Yacht sendet.
Das Ganze erfordert –
logisch – auf der Yacht eine Kurzwellenanlage:
Fast einheitlich besteht
diese auf Yachten aus der Antenne (Whip oder
isoliertes Achterstag), dem Antennentuner (der je
nach Frequenz die Länge der Antenne elektronisch anpasst) und dem
Kurzwellentransceiver.
Fast jede Yacht benutzt als
Antennentuner den amerikanischen
Smartuner, der innerhalb weniger Augenblicke automatisch die
Anpassung vornimmt.
Ist der
Smartuner Quasistandard, so gibt es bei den
Kurzwellengeräten praktisch nur noch zwei Firmen, die sich den Weltmarkt
aufteilen. Icom und Kenwood.
Falls der Preis
interessiert: So mit 1000 Euro aufwärts ist man dabei.
Ja, und dann ist da
natürlich noch der Notebook (ich kann mich nicht an „das Notebook“ gewöhnen),
der praktisch auf jeder(!) Langfahrtyacht vorhanden ist. Denn wie sollte man
denn ein Email schreiben, wenn nicht auf der Tastatur des
Laptops.
Nun, leider kann man
den Notebook nicht einfach in den
Kurzwellentransceiver stöpseln, mit der
Bitte, die Textdatei (das Email) in den Sender, und damit über den Atlantik zu
jagen. Es ist der „Controller“, der diesen Job –
vollautomatisch – übernimmt. 500 Euro kostet er, und man hat in der Praxis gar
keine andere Wahl: SCS-Controller aus Hanau (www.scs-ptc.com)
haben sich rund um die Welt derart durchgesetzt, dass man mit einem anderen
Controller ganz schön dumm aus der Wäsche schauen würde, wenn der sich weigert,
PACTOR 3 (siehe unten) rauszuschicken oder/und den Icom-,
beziehungsweise Kenwood-Transceiver automatisch
anzusteuern.
Also, mit dieser Ausrüstung könnten wir:
a)
ein Mail auf dem Computer schreiben, also eine
Textdatei verfassen
b)
mittels des Controllers die Textdatei an den Sender schicken und
diesem befehlen das Mail in den Äther zu jagen, was automatisch abläuft.
Die Kunst,
Daten absolut fehlerfrei zu funken
Jeder, der schon mal auf einem Radioempfänger außerhalb des UKW-Bandes
rumgespielt hat, kennt das Problem: Kurzwellensendungen machen keinen rechten
Spaß. Denn entweder sind die Sendungen verrauscht,
gestört, oder schwanken in ihrer Lautstärke so, dass immer wieder
wichtige Passagen der Sendung unhörbar sind. Und mit diesem Medium soll man
Daten (das Email) so funken können, dass die gesamte Sendung auf der anderen
Seite, beim Empfänger, eins zu eins, also 100%ig fehlerfrei ankommt?
Doch das geht. Mit einem Trick, der sich einfach anhört, der aber erst von
Funkamateuren in jahrelanger Arbeit entwickelt worden ist. Ganz primitiv
ausgedrückt, läuft das so: Die Daten werden in kleine handliche Teile (Pakete)
zerlegt. Dann wird mal der erste Teil losgeschickt (gesendet). Die Gegenstation
schickt dieses Paket (oder eine Kontrollsumme) an den Absender zurück, der nun
vergleicht, ob das ursprünglich abgesendete Paket identisch ist mit dem
zurückgeschickten. Wenn nein (was bei den naturbedingten Störungen auf Kurzwelle
nicht unwahrscheinlich ist), wird das erste Paket nochmals gesendet. Solange,
bis es fehlerfrei angekommen ist. Dann wird das nächste Paket abgearbeitet. Und
so fort…
Es leuchtet ein: Je schlechter die Verbindung, umso länger dauert die gesamte
Übertragung.
Eine Blackbox, der Controller ist es, der für
den Ablauf der Sendung zuständig ist. Man kann sich leicht ausrechnen, dass eine
Din-A4-Seite, die über ISDN einfach so ins Web flutscht, eine gewisse Zeit
benötigt, bis sie durch ist. Die Zeitdauer, die letztlich auch bestimmt, dass in
der Praxis zu 95 Prozent nur reiner Text gesendet werden kann, hat sich in
letzter Zeit erheblich verbessert, ohne, dass die Methode sich entscheidend
verändert hätte.
Hat ein solche Seite (ungefähr 2000 Buchstaben, also 2 Kilobyte – nicht
Megabyte!!) früher mal unter durchschnittlichen Bedingungen vielleicht 10
Minuten gebraucht, benötigt sie heute eine oder zwei Minuten. Schuld daran ist
das von SCS neu entwickelte Verfahren
Pactor 3.
Der
Landdienst speist das Mail ins Internet
Was uns noch fehlt zum erfolgreichen Mailversand, ist der Service, der das
gefunkte Mail aufnimmt und in das Internet dann einspeist, damit es Sekunden
später irgendwo auf der Welt zum Empfänger gelangt.
Hier sind im Großen und Ganzen zwei Systeme zu unterscheiden: Einerseits der
Amateurfunk, andererseits private Organisationen
wie zum Beispiel Sailmail.
Zwar ist der Amateurfunk den anderen privaten Diensten in der
Leistungsfähigkeit weit überlegen, doch sind viele Fahrtensegler auch mit
Sailmail sehr zufrieden. Nach dem Motto: Besser als
gar keine Post erhalten.
Der Unterschied beider Dienste bezüglich der Leistungsfähigkeit kann so
zusammengefasst werden: Beim Amateurfunk stehen dem Mailsender Dutzende
Amateurfunkstationen rund um die Welt zur Verfügung, während
Sailmail noch ein relativ dünnes Netz an
Radiostationen unterhält. Die Zeiten, die verbraucht werden dürfen, betragen
beim Amateurfunk 30 Minuten pro Tag und Station, während bei
Sailmail die Sendezeiten wesentlich mehr
eingeschränkt sind. Außerdem darf bei Sailmail nur
reiner Text versendet werden, während beim Amateurfunk auch Bilder geschickt
werden können, was aber angesichts der hierfür notwendigen großen Datenmengen
(außer bei Wetterkarten) nicht sehr sinnvoll
ist. Dass Amateurfunk praktisch kostenlos ist, während
Sailmail einmalige Jahregebühren verlangt,
spielt angesichts der sonstigen Vorteile in der Praxis keine Rolle. So wäre es
für viele Langfahrtsegler empfehlenswert, eine
Amateurfunklizenz zu erwerben, die es neuerdings auch ohne die früher so
gefürchtete Morseprüfung gibt.
Aber nochmals: Ein echter Internet-Zugang ist mit beiden Diensten nicht
möglich!
Kurzum: Die Yachten, die unterwegs auf Langfahrt sind und vom Email-Verkehr
völlig abgeschnitten sind, werden angesichts der Email-Möglichkeiten mit
Pactor
3 immer weniger.
Grundausstattung Notebook
Dass ein Computer heute zur elementaren Ausstattung einer Langfahrtyacht
gehört, wird eigentlich nur noch von den wenigen bestritten, die so ein Ding
noch nicht haben. Tröstlich ist, dass die Hardware-Anforderungen an Bord so
gering sind, dass mit gutem Gewissen auch zu einem Notebook
aus zweiter Hand gegriffen werden kann. Dafür
sollten schon 500 Euro reichen. Gelegentlich ist man mit diesen Oldtimern sogar
besser bedient als mit den ganz modernen Schnäppchen. Ältere Modelle eignen sich
deshalb, weil sie das in jedem Fall wichtige
Disketten-Laufwerk (siehe unten) und noch eine
serielle Schnittstelle eingebaut haben. Beide fehlen nämlich bei den
Notebooks aus dem Baujahr 2004 regelmäßig. Über die serielle Schnittstelle
empfängt der Computer aber die GPS-Position
(wichtig für die elektronischen Seekarten) und – vor allem – wird der
PTC-Controller
angesteuert. Wer nun glaubt, er braucht sich nur ein 20 Euro
teures Kabel zu kaufen, das von seriell auf USB umsetzt, kann leicht
enttäuscht werden. Denn nur wenige dieser Anschlüsse funktionieren so
einwandfrei wie die (gute alte) serielle Schnittstelle.
Emailverkehr ohne Notebook vom Ankerplatz aus ist nicht möglich. Aber auch,
wenn man meint, darauf verzichten zu können, lässt sich auf dem Notebook die
elektronische Seekarte fahren, die
Tiden berechnen, zur Not eine astronomische
Standlinie berechnen, die Wetterkarte als Fax
oder auch ein Wetterbericht per Fernschreiben
empfangen. Dass der Notebook die mechanische
Schreibmaschine an Bord ersetzt hat, leuchtet
jedem ein.
Vorbehalte gegen Notebooks wegen ihrer
Bordtauglichkeit gelten in gleichem Maße, wie man sie auch gegen
Fotoapparate oder Musikgeräte vorbringen könnte. Hält man
den Notebook so weit wie möglich vom Salzwasser entfernt (dazu gehören
auch nasse Finger oder tropfendes Ölzeug), dann kann an Bord kaum etwas
passieren, was nicht an Land einem solchem Hightech-Gerät nicht auch zustoßen
kann.
Grundausstattung Kurzwellensender
Gesprochene Sendungen auf
Kurzwelle sind immer noch „in“. Jeder
Langfahrtsegler kennt oft mehrere Gesprächsrunden, in denen sich Segler zu
bestimmten Zeiten auf einer ausgemachten Frequenz treffen. Abgesehen davon, dass
meist einer der Teilnehmer (Landstation) Zugriff aufs Internet und damit auf
alle Informationsquellen der Welt hat, somit die über den ganzen Ozean
verteilten Yachten mit aktuellen Wetternachrichten versorgen kann, sind solche
täglichen Äthertreffen ein erheblicher
Sicherheitsfaktor. Dass auf diesen Chats den Yachten mit guten Ratschlägen bei
misslichen Situationen, oder auch mit
Ersatzteilbestellungen weitergeholfen wird, ist selbstverständlich.
Diese Gesprächsrunden finden – je nach Teilnehmer – entweder auf den
Marinefrequenzen der Kurzwelle oder auf den
Amateurfunkfrequenzen statt. Es versteht sich von selbst, und Funkamateure sind
da recht sensibel, dass zur Teilnahme an einer solchen Runde die Voraussetzung
ein gültiges Amateurfunkzeugnis ist.
Hardwaremäßig gibt es in der Praxis(!) zwischen Marine-Kurzwelle und
Amateurfunk dagegen kaum Unterschiede. Nahezu jede Yacht, die mit „Funk“
ausgestattet ist, benutzt Transceiver (Kenwood,
Yaesu, Icom), die auf
dem ganzen Kurzwellenband lückenlos sende- und empfangsseitig
durchstimmbar sind -
Vorschriften hin, Vorschriften her (vor allem deutsche!), das ist nun mal eine
Tatsache.
Grundausstattung UKW
Das bedeutet aber nicht, dass der „UKW-Funk“
oder wie die Amerikaner sagen „VHF“ nichts mehr taugt. Es ist nach wie vor das
wirkungsvollste Kommunikationsmittel, um Schiffe oder Yachten auf hoher See
anzusprechen. Auch, um auf einem Ankerplatz die
Kaffeeinladungen auszufunken, in Trinidad
Second-Hand-Artikel unter den Yachties
anzubieten, gar ein Taxi zu bestellen. Dazu ist es unersetzlich. Aber ansonsten
hat es seine Bedeutung trotzt GMDSS in einsamen Gegenden ziemlich eingebüßt.
Satellitenhandy
Als einen sehr wirkungsvollen
Sicherheitsfaktor betrachtet der Autor ein Satellitenhandy (Iridium).
Der Anschaffungspreis liegt bei runden 1000 Euro, die monatliche Grundgebühr
schlägt mit 25 Euro zu Buche und die Minute kostet rund eineinhalb Euro. Damit
lässt sich von jedem Platz der Welt, also auch auf hoher See, jede Telefonnummer
anrufen. Also seinen Zahnarzt, wenn es im
Unterkiefer klopft, die Marina auf der anderen Seite des Ozeans, um einen Platz
reservieren zu lassen oder die TO-Vertreterin auf
Bonaire, um schon mal zu fragen, ob das Paket
angekommen ist. Ein französischer Yachtsegler hatte die Osterinseln erst einen
halben Tag verlassen, als seine Yacht, aus welchen Gründen auch immer, in die
Luft flog und sank. Er rettete sich in die
Rettungsinsel zusammen mit seinem Iridiumhandy. 5 Minuten später konnte
der deutsche TO-Vertreter auf der Osterinsel bereits
die dortige Navy verständigen und ein paar Stunden
war der Yachtsmann gerettet.
Gegenüber solchen Vorteilen relativieren sich die nicht unerheblichen
Gebühren. Zurückhaltend eingesetzt, fällt die monatliche Rechnung fürs
Telefonieren mit dem Satellitenhandy auch nicht wesentlich höher aus, als man es
von zu Hause gewohnt war. Vorausgesetzt, man surft nicht im Internet damit
herum!
GSM-Handys
Andere Handys auf GSM-Basis sind – trotz anderslautender
Gerüchte – außerhalb des Empfangsbereichs von Land-Antennen nutzlos. Sie taugen
höchstens dazu, sich gegebenenfalls vor Ort mit einer
Prepaid-Karte zu versehen, um lange Anstellzeiten am Münzfernsprecher in
einer Marina zu vermeiden. Voraussetzung: Frequenzübereinstimung.
Der Weg ins Internet geht nur über Internetcafes
Auch wenn wir an Bord keinen
Internetzugriff haben, heißt das nicht, dass wir
nicht auch an gute Wetterkarten aus dem Web herankommen. Nur eben nicht am
Ankerplatz, sondern an Land. In den abgelegendsten
Dörfern, gelegentlich sogar in Buchten, finden wir heute ein oder mehrere
Internetcafes, und sei es nur eine Ecke mit PC im Restaurant. Diese
Kommunikationsmöglichkeiten weisen allerdings oft Eigenheiten auf, auf die wir
uns einstellen sollten.
Je nach Land ist die Benutzung eines Internetcafes eine
extrem teure Angelegenheit oder nicht der Rede
wert. Während zum Beispiel in Panama die Stunde Internet nicht mal einen Euro
kostet, löhnt man in Polynesien schon mal 15 Euro für den gleichen Zeitraum.
Zeit ist dort also Geld. Das bedeutet auch, dass man seine Mails nicht erst im
Internetcafe mittels zwei Finger in die Tastatur tippt (schon aus Rücksicht auf
die anderen wartenden Yachtsleute), sondern sie
fertig mitbringt – und zwar auf Diskette. Am besten als einfache Texte, verfasst
mit dem Windows-Editor.
Gleiches gilt für empfangene Mails, die man nicht lange im Internetcafe lesen
sollte, sondern als einfache Text-Dateien gleich auf die Diskette übertragen
muß. Wie? Immer mit dem
COPY and PASTE-Befehl
(CTRL C und CTRL V). Wer damit nicht vertraut ist, sollte sich die beiden
Befehle mal in Ruhe einstudieren - es ist verblüffend, was man damit alles
anstellen kann. 10 Mails kann ich damit im Internetcafe in weniger als 10
Minuten versenden, oder empfangen und auf die Diskette bannen – zum Mitnehmen
aufs Schiff.
Selbstverständlich? Nicht ganz! Denn „moderne“ Notebooks haben gar kein
Diskettenlaufwerk mehr. Dann bleibt einem nichts anderes übrig, als sich für 50
€ ein externes Diskettenlaufwerk anzuschaffen, das mittels
USB-Anschluss einfach in den Notebook eingestöpselt wird.
Nochmals: So ein billiges Floppy ist kaum zu
ersetzen. Insbesondere sollte man nicht auf beschreibbare CDs oder auf
Zip-Laufwerke als
Daten-Transportmittel vom Internet-Cafe zum Schiff und umgekehrt setzen. Denn
sehr häufig finden sich derart veralterte PCs in diesen Hütten, dass es fast
immer an den richtigen Anschlüssen fehlt. Wobei sie zum Internetzutritt noch
ohne weiteres taugen.
Es ist auch bei weitem keine Ideallösung, mit dem
eigenen Notebook unterm Arm im Internet-Cafe aufzukreuzen. Erstens
„passt“ häufig das Modem nicht und zweitens
braucht man ja oft erstmals die Providersoftware des Internetcafes auf dem
eigenen Computer. Drittens sind zahlreiche Internetcafes mit
Viren geradezu verseucht, sodass es keinen
besseren Weg gibt, an dieser Seuche teilzuhaben, als den eigenen Notebook
anzuschließen – während man andererseits ziemlich sicher verschont bleibt, wenn
man die Daten mittels Floppy und reinen Text-Dateien (das sind die mit der
Extension „txt“) aufs Schiff mitbringt. Viertens ist der Computer-Transport mit
dem Beiboot eine ziemliche Gewähr dafür, dass in der Brandungswelle das
wertvolle Stück mal auf Tauchstation geht und dann unrettbar zur Entsorgung
ansteht. Sondermüll! Bitte nicht versenken!
Noch ein Hinweis für Internet-Cafes: Wer gerne den PC an Land nach eigenen
Vorstellungen umfigurieren möchte – es gibt
solche Typen – sollte die Finger davon lassen und den veralterten 386er eben so
benutzen, wie er da steht. Die Leutchen in den Internet-Cafes sind meist keine
Computer-Experten, die dann den PC wieder aufräumen können. Deshalb sind die PCs
dort auch häufig so konfiguriert, dass man vor allem keine eigenen Programme
aufspielen kann. Wer also seine Homepage mittels eigenem
FTP-Programm pflegen möchte, ist häufig
aufgeschmissen, weil sich der PC mit Erfolg gegen das Aufdrängen neuer (und
unbekannter) Programme wehrt.
Bleibt noch die Frage, wie man größere Datenmengen
aus dem Internet aufs Schiff bringt? Es gibt ja Zeitgenossen, die beglücken
einen schon mal (sinnloserweise) mit Mails, die
nebst Anhang weit über 1,4 Megabyte und damit über der Kapazität einer Floppy
liegen. Gleiches gilt, wenn man sich fürs Schiff eine neue Software aus dem
Internet holen möchte. Da gibt es eigentlich nur eine Lösung: Man lässt im
Internetcafe die heruntergeladenen Daten auf
CD brennen. Wenn ein Brenner vorhanden ist.
Meist kostet das richtiges Geld – 10 Euro für
einmaliges CD-Brennen sind keine Seltenheit, selbst wenn man den eigenen Rohling
mitbringt.
Noch was sollte bedacht werden, wenn man regelmäßig ein Internet-Cafe nutzen
möchte (was meist auf Langfahrt der Fall ist): Mail-Verkehr, der eine spezielle
Firmen-Software auf dem Computer voraussetzen,
ist praktisch nicht durchführbar an einem fremden Computer, denn man müsste ja
zunächst auf den Computer diese Software aufspielen. Worauf viele
Internetcafe-Betreiber mit einem Rauswurf reagieren würden. Nein, man nehme
irgendeinen kostenlosen Maildienst in Anspruch. Der Autor hat beispielsweise mit
dem kostenlosen YAHOO hervorragende Erfahrungen
gemacht.
Das ist der Stand der Dinge. Wer eine Langfahrt plant, sollte sich damit
frühzeitig befassen. Denn erfahrungsgemäß wird die Verweigerungshaltung („wir
brauchen keinen Laptop“) nur solange anhalten, bis man eines Tages auf ihn
angewiesen ist und die Hilfe anderer Ankerlieger in
Anspruch nehmen wird. Dann aber ist es mühsam zu einem eigenen Notebook zu
kommen, denn wer möchte sich schon mit einer amerikanischen, französischen oder
gar griechischen Tastatur abplagen.
Wie schaut
es heute auf den Ankerplätzen mit der Kommunikation aus?
Um einen groben Anhaltspunkt zu geben, wie derzeit der Ausrüstungs-„Standard“
ist, gebe ich auf Grund meiner Beobachtung persönliche Schätzungen wieder, wobei
die sich auf reine Langfahrtyachten ab 11 Meter Länge beziehen.
Yachten
sind bezüglich der Kommunikationsmöglichkeiten folgendermaßen ausgerüstet:
·
Rundfunk (Autoradio oder ähnliches) : 90 Prozent aller Yachten
·
UKW-Funk: 90 % Prozent aller Yachten
·
Kurzwellenempfänger: 100 Prozent
·
Kurzwellen-Sender (Marine- oder Amateur-Sender): 80 Prozent
·
Automatisches(!) Antennenanpassgerät (Tuner): 70 Prozent
·
Notebook: 90 Prozent
·
Controller (SCS oder – selten - andere): 70 Prozent
·
Email per Kurzwelle – Pactor 2,
Pactor 3 über Winlink –
Amateurfunk, Sailmail oder andere: 60 Prozent
· Satellitenhandy: 20 Prozent
Erstellt aus einer Info von Bobby Schenk angepasst Heinz Kratz