Langdrahtantennen

 

Der Dipol mit Koaxialkabeispeisung

Koaxialkabel ist auch im Kurzwellenbereich die ideale Speiseleitung. In der einfachsten Art wird ein Haibwellendipol direkt über ein

 beliebig langes Koaxialkabel gespeist.

Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, daß in diesem Fall eine symmetrische Antenne über ein unsymmetrisches Kabel gespeist

 wird. Solange der Dipol in Halbwellenresonanz betrieben wird, ist dies ohne größere Nachteile möglich, so­fern die Kabellänge

 nicht zufällig in einer Reso­nanzbeziehung zur Betriebsfrequenz steht (Man­telwellen).

Wegen der unsymmetrischen Erregung der Strahlerzweige kann sich die Richtcharakteristikleicht ändern. Symmetriert wird am

einfachsten durch Anfügen eines Symmetrierstubs  oder durch einen Ringkern-Balun­-Übertrager .

Mann kann man auf einfache Weise die Mantelwellen unterdrücken, wenn der Außenleiter des Koaxialkabels geometrisch 2/4 vom

 Antennenanschluß entfernt geerdet wird. Es ent­steht dann die Wirkung eines Pawsey-Symme­triewandlers. Erreicht das Kabel mit

 2/4 Länge noch nicht die Erdoberflä­che, kann diese Erdung auch bei 3/4 oder anderen ungeradzahligen Vielfachen von 2/4

 angebracht werden.

             

 Der Faltdipol

Der im VHF-Bereich dominierende Faltdipol kann auch als Kurzwellenantenne verwendet werden. Seine Bandbreite ist etwas

 größer als die des gestreckten Dipols. Man verwendet ihn vor allem deshalb, weil sein Eingangswiderstand von 240 Q die direkte

 Speisung über eine handels­übliche UKW-Bandleitung erlaubt. In allen übri­gen Eigenschaften entspricht der Faltdipol dem

 gestreckten Halbwellendipol.

Der Faltdipol eignet sich ausschließlich für Einbandbetrieb. Sein Verkürzungsfaktor V be­trägt 0,95 .

              

Die Abstände D der beiden parallelen Strah­lerdrähte sind nicht kritisch. Sie betragen etwa 300mm für 1,8MHz, 200mm für 3,5MHz

, l50 mm für 7MHz, l30 mm für 10MHz, l00 mm für 14MHz, 90 mm für 18MHz, 80mm für 21 MHz, 70 mm für 25MHz, 50 mm für

 28MHz.

Der Faltdipol kann über Koaxialkabel gespeist werden, wenn man am Speisepunkt einen Ring­kern-Balun-Transformator 4:1 

 einsetzt. Ein Faltdipol für Kurzwellen läßt sich aber auch aus UKW-Bandleitung herstellen

 

   Dabei sind jedoch folgende Überlegungen not­wendig: Zwischen den beiden parallelen Halbwellenstücken des Strahlers befindet

 sich das Iso­liermaterial der Bandleitung. Betrachtet man den Faltdipol als die Paralleischaltung zweier Haibwellenstücke, so ist die

 Dielektrizitätskon;tante des Isoliermaterials ohne besonderen Einfluß auf den Verkürzungsfaktor V. Er beträgt demnach 0,95.

 Gleichzeitig kann man den Falt­dipol auch als Hintereinanderschaltung zweier kurzgeschlossener Viertelwellenleitungen darstellen

 Bei einer Doppelleitung .wird die Dielektrizitätskonstante des dazwichen Iiegenden Mediums aber voll wirksam, und man müßte von

 einem Verkürzungsfaktor = 0,82 ausgehen. Beträgt die Strahlerlänge 0.95 x l lamda /2, so ist wohl der Strahler resonant, aber die

 Viertelwellenstücke sind zu lang und verursachen eine zusätzliche induktive Blindkompo ente. Wählt man als Verkürzungsfaktor V =

 0,82 x lamda /2 verkürzt die Strahlerlänge entsprechend, dann ist die Antenne als Strahler nicht mehr in Resonanz, und der

 Antenneneingang ist mit einem Blindwiderstand behaftet. Wiee man diese Probleme auf einfachste Weise beherrschen kann zeigt

 das Bild unten. Die geometrische Strahlerlänge wird mit 0,95 x lamda /2 bemessen, und bei einer Länge von  0,82 x lamda /2 fügt

 man Kurzschlußbrücken ein. Antennen aus Bandleitung sind infolge ihres geriringen Gewichtes und ihrer Flexibilität besonders für

 transportable Stationen geeignet. Gewöhnlich lassen sich die als Isoliermaterial verwendeten Kunststoffe auch leicht und haltbar

 Verschweißen (heißer Lötkolben usw.) oder Vekl­eben. Die Speiseleitung läßt sich dadurch mit dem Strahlerteil leicht mechanisch

 verbinden..Wie das bild unten zeigt, kann ein solcher Dipol auch aus Koaxialkabel hergestellt werden. Er wirkt dann als gestreckten

 Dipol mit etwa 50 Ohm Eingangswiderstand. Hier beträgt die Gesamtlänge des Strahlers ebenfalls 0,95 xlamda /2, jedoch muß für

 die Festlegung der beiden Kurzschlußpunkte P der Verkürzungsfaktor des Koaxialkabels  im allgemeinen mit 0,66  berücksichtigt

 werden. Wie gezeigt, wird die Antenne mit Koaxialkabel direkt gespeist. Dipole dieser Art zeichnen sich durch eine relativ große

 Bandbreite aus; bei einem für eine Resonanzfrequenz von 3,6 MHz bemessenen Koaxdipol steigt die Welligkeit über die Bandbreite

 von 3,5... 3,8 MHz nicht über 1,5:1.

              

              

               

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Stand: 27. Februar 2002