Ratgeber für Wassersporttreibende   

 

Hinweise und Tipps für Freizeitkapitäne,
und solche, die es werden wollen
von der Wasserschutzpolizei Nordrhein-Westfalen,

 

               
 

Die Wasserstraßen unseres Landes werden in starkem Maße für die unterschiedlichsten Zwecke in Anspruch genommen.

Die Berufsschifffahrt nutzt unsere Flüsse und Kanäle als umweltfreundliche und sichere Verkehrsträger, "Freizeitkapitäne" befahren die Wasserstraßen mit ihren Booten zur Erholung und Entspannung, Angler, Schwimmer, Segler, Surfer, Ruderer und sonstige Wassersportler üben ihren Sport am oder im Wasser aus.

Ein rücksichtsvolles und partnerschaftliches Verhalten dieser verschiedenen Interessengruppen untereinander ist Voraussetzung für ein gefahrloses und möglichst störungsfreies Miteinander.

Dieser Ratgeber soll dazu einen kleinen Beitrag leisten, denn die Sicherheit auf unseren Wasserstraßen, der störungsfreie Ablauf des Schiffsverkehrs sowie die Reinhaltung unserer Gewässer sind oberstes Anliegen der Wasserschutzpolizei.

Wir hoffen, mit der vorliegenden Broschüre in diesem Sinne einige Anregungen und Hilfestellungen geben zu können und würden uns freuen, wenn Sie durch verantwortungsbewusstes Handeln Ihren Teil zur Sicherheit auf dem Wasser und zur Reinhaltung der Umwelt beitragen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Ihre
Wasserschutzpolizei
Nordrhein-Westfalen

Inhaltsverzeichnis


 

  1. Einführung
2. Welche Vorschriften gelten für welche Gewässer
3. Was ist ein Sportboot im rechtlichen Sinn
4. Worauf man beim Kauf von Boot und Ausrüstung achten sollte
5. Kennzeichnungsvorschriften ("Zulassung")
6. Führerscheinbestimmungen
7. Verhaltensweisen auf Wasserstraßen
8.1 Sonderregelungen für das Wasserskifahren
8.2 Sonderregelungen für Wassermotorräder
9. Sonstige Hinweise
10. Dienststellen der Wasserschutzpolizei
   


1. Einführung
 

Die gesetzlichen Bestimmungen zur Regelung des Schiffsverkehrs und des Sportbootverkehrs sind ausgesprochen umfangreich. Es würde den Rahmen dieser Broschüre sprengen, auf jede Einzelregelung einzugehen und auf jede Frage eine Antwort zu geben.

Zweck dieser Broschüre kann und soll lediglich sein, Tipps und Hilfestellung zu geben und dem Leser einen groben Überblick in Bezug auf Gesetze, Zuständigkeiten, Fahr- und Sicherheitsregeln etc. zu verschaffen.
Sie richtet sich in erster Linie als Hilfestellung an "Einsteiger", die sich vor dem Wechsel von der "Landratte" zum "Skipper" informieren wollen, was alles zu beachten ist, bevor man sein Boot zu Wasser lassen kann.

Das Studium der vorliegenden Informationsschrift kann somit keinesfalls von der Pflicht befreien, sich vor dem Befahren eines Gewässers bei den zuständigen Behörden, den Wassersportverbänden (Deutscher Motoryachtverband (DMYV), Deutscher Segler-Verband (DSV) und Allgemeiner Deutscher Automobil Club (ADAC)) oder Vereinen über die dort geltenden Vorschriften und über spezifische Gegebenheiten wie Fahrrinnen, Strömungsverhältnisse, spezielle Fahrregeln und sonstige örtliche Besonderheiten zu informieren.
In diesem Zusammenhang sei beispielhaft auf die Beschränkungen bzw. Fahrverbote auf dem Rhein bei Hochwasser und die damit zusammenhängende Funkmithörverpflichtung hingewiesen.
Einschlägige schifffahrtspolizeiliche Vorschriften können Sie über den Binnenschifffahrtsverlag in 47119 Duisburg, Dammstr. 15-17, Tel.: 0203/8000-620, oder über den Buchhandel beziehen.

Es zeigt sich immer wieder, dass die Unkenntnis über ein Revier oftmals Ursache für gefahrenträchtige Situationen oder sogar für Unfälle ist.
Darüber hinaus können diese Informationen bereits im Vorfeld, also beim Kauf oder Bau eines Bootes, eine Rolle spielen.

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2. Welche Vorschriften gelten für welche Gewässer
 

Die maßgeblichen Verkehrsvorschriften für den Sportbootverkehr sind: Rhein-, Mosel- und Donauschifffahrtspolizeiverordnung sowie die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Dazu kommen die Verordnung über die Kennzeichnung von auf Binnenschifffahrtsstraßen verkehrenden Kleinfahrzeugen sowie die Sportbootführerscheinverordnung -Binnen-, die auf den Binnenwasserstraßen, z.B. schiffbaren Flüssen und den norddeutschen Kanälen, gelten.

Für Landeswasserstraßen (wie z.B. die Ruhr von km 12,208 bis km 41,600) sind eigene Vorschriften erlassen worden, die sich dann aber größtenteils auf die o.a. Vorschriften beziehen. Im Einzelfall sind Abweichungen möglich, die erfragt werden müssten.
Für das Befahren kleinerer Gewässer wie Baggerseen o.ä. haben die jeweils zuständigen Städte oder Landkreise größtenteils eigene Vorschriften erlassen.
Hierzu können sicherlich die Ordnungsämter oder die Unteren Wasserbehörden nähere Auskünfte geben.

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3. Was ist ein Sportboot im rechtlichen Sinn
 

Neben dem Begriff "Sportboot" finden sich in den einschlägigen Vorschriften auch die Begriffe "Kleinfahrzeug" und "Sportfahrzeug".
In den oben angesprochenen Verkehrsvorschriften (Polizeiverordnungen, BinSchStrO) verwendet man den Begriff "Kleinfahrzeug" für Wasserfahrzeuge, deren Länge ohne Ruder und Bugspriet weniger als 20 m beträgt.
Nach den Bau- und Ausrüstungsvorschriften (Untersuchungsordnungen) ist ein "Sportfahrzeug" ein für Sport- oder Erholungszwecke bestimmtes Schiff, das kein Fahrgastschiff ist. Fahrzeuge, die weniger als 20 m lang sind und bei denen das Produkt aus Länge x Breite x Tiefgang ein Volumen von weniger als 100 m3 ergibt, fallen nicht unter diese Vorschriften.
Für die gängigen Sportboote gibt es somit keine Bau- und Ausrüstungsvorschriften.

Fällt ihr Fahrzeug nicht unter den Begriff des Kleinfahrzeuges, so bedarf es einer Zulassung zum Verkehr und einer vorherigen Abnahme durch die sog. Zentralstelle Schiffsuntersuchungskommission / Schiffseichamt.


Führerscheinrecht

In der Sportbootführerscheinverordnung-Binnen ist von Sportbooten die Rede. Ein Sportboot ist ein nicht gewerbsmäßig, gewöhnlich für Sport- oder Erholungszwecke verwendetes Fahrzeug von weniger als 15 m Länge. Ausgenommen sind Fahrzeuge, die durch Muskelkraft oder nur hilfsweise durch ein Treibsegel von höchstens 3 m2 Fläche fortbewegt werden.
Eine Führerscheinpflicht besteht für maschinengetriebene Fahrzeuge (auch Wassermotorräder) ab einer Leistung von 3,69 KW (5 PS). (Für einige Wasserstraßen im Binnenbereich gibt es hiervon Abweichungen.)


Kennzeichnungsrecht

Kleinfahrzeuge müssen ein amtliches oder amtlich anerkanntes Kennzeichen führen. Näheres finden Sie im Kapitel 5.



Sonstige Abgrenzungen

Sportboote mit einer Wasserverdrängung bei größter Eintauchung von mehr als 5 m3 können in das Binnenschiffsregister eingetragen werden, bei mehr als 10 m3 müssen sie eingetragen werden.
Zuständig hierfür sind die Amtsgerichte, bei denen die entsprechenden Register geführt werden. Vor dem Eintrag muss das Fahrzeug jedoch geeicht / vermessen werden. Dies geschieht durch die Zentralstelle Schiffsuntersuchungskommission/Schiffseichamt bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz.



Zusammenfassung

Die wichtigsten Abmessungen und deren Bedeutung für ein Sportboot sind demnach:


 

< 20 m Länge:
bulletKleinfahrzeuge i. S. d. Verkehrsvorschriften
bulletDie Untersuchungsordnungen sind bei diesen Fahrzeugen nicht anzuwenden
bulletKleinfahrzeuge i. S. d. Kennzeichnungsverordnung.
< 15 m Länge:
bulletSportboot i. S. d. Sportbootführerscheinverordnung - Binnen -, das Fahrzeug darf, wenn seine Maschinenleistung 3,69 KW (5 PS) oder mehr beträgt, nur mit einem entsprechenden Sportbootführerschein auf den Binnenwasserstraßen geführt werden.

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4. Worauf man beim Bootskauf achten sollte
(sicherheitstechnische Anforderungen an Bau und Ausrüstung)

 

Nachdem man als "Einsteiger" nun den ersten Einblick in gesetzliche Bestimmungen, Verordnungen, Abmessung und Begriffsbestimmungen gewonnen hat, kann jetzt der Kauf von Boot und Ausrüstung erfolgen.

Es gibt kaum Vorschriften, die regeln, wie ein Kleinfahrzeug gebaut sein oder welche Ausrüstung es an Bord haben muss.
Lediglich beim Neukauf von Boot und Zubehörteilen gilt eine europaweite Qualitätsnorm (sog. CE-Sportbootrichtlinie), der Hersteller und Händler unterliegen. Seit dem 16.06.98 müssen neue Boote, die innerhalb der Europäischen Union verkauft werden, mit einem CE Zeichen versehen werden.
Bei der Anschaffung von Boot und Ausrüstung sollte folgende Grundregel für die Sicherheit eines Bootes beachtet werden:

Jedes Wasserfahrzeug muss so gebaut und ausgerüstet sein, dass die Sicherheit der an Bord befindlichen Personen und der Schifffahrt gewährleistet ist und die Verpflichtungen aus den Verkehrsvorschriften erfüllt werden können.

Erfüllt ein Fahrzeug oder dessen Sicherheitsausstattung diese Anforderung nicht, so kann es durch die Wasserschutzpolizei "aus dem Verkehr gezogen werden", um Gefährdungen der Besatzung oder Anderer zu verhindern.
Die Wahl des richtigen Bootes hängt wesentlich von dem geplanten Einsatzgebiet ab. Hierbei sind Wellen- und Windeinwirkungen, Strömungsverhältnisse und die Größe des zu befahrenden Gewässers von ausschlaggebender Bedeutung.
Dem zu befahrenden Gewässer und der Art und Größe des Bootes sollte auch die an Bord mitgeführte Sicherheitsausrüstung entsprechen.


Hier einige der wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines Bootes und seiner Ausrüstung:


Stabilität

Unter Stabilität versteht man die Fähigkeit des Bootes, sich bei entstehenden Schräglagen wieder aufzurichten, also die Kentersicherheit. Die Stabilität hängt zunächst einmal von der Form des Rumpfes ab. Je breiter der Rumpf im Verhältnis zu seiner Länge, desto stabiler ist das Fahrzeug.

Das zweite Kriterium für die Stabilität ist die Lage des Schwerpunktes. Je tiefer dieser liegt, um so höher ist die Kentersicherheit (Stehaufmännchen-Effekt). Daher wird der Kiel eines Segelbootes oftmals mit Blei o.ä. aufgefüllt, um den Schwerpunkt möglichst tief zu legen. Ab einem bestimmten Verhältniswert spricht man dann von "unkenterbaren" Schiffen, die sich also immer wieder selbst aufrichten.
Man sollte bei nachträglichen Umbauarbeiten an Schiffen, insbesondere oberhalb der Deckslinie, immer den Schwerpunkt im Auge behalten. Beispielsweise kann der Aufbau eines Außenfahrstandes (Flybridge) auf dem Achterdeck oder dem Dach die Stabilität erheblich beeinträchtigen, insbesondere sich wenn dort später mehrere Personen aufhalten.
Im Zweifelsfall sollte ein Sachverständiger oder ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.

Auch falsch verstaute (schwere) Ladung kann die Stabilität verschlechtern.


Freibord

Unter Freibord versteht man den Abstand zwischen der Wasserlinie und dem tiefsten Punkt des Schiffes, an dem Wasser eindringen kann.
Dieser Freibord sollte so groß sein, dass selbst bei extremer Schräglage kein Wasser ins Schiff gelangen kann.
Hierbei spielen natürlich das zu befahrende Gewässer und die darauf entstehende Wellenhöhe eine Rolle. Man sollte nie die Wellenbildung z. B. auf dem Rhein oder auf größeren Seen unterschätzen.


Auch durch die Vorbeifahrt eines großen oder schnellen Schiffes kann es zu erheblicher Wellenbildung kommen. Ist einmal eine größere Menge Wasser in ein Fahrzeug gelangt, so verändern sich dessen Stabilitätswerte und es kann zum Kentern kommen.


Manövrierfähigkeit

Die Fähigkeit eines Schiffes zum Manövrieren ergibt sich zum einen aus der Art und Leistung des Antriebs und zum anderen aus dem Wirkungsgrad der Ruderanlage.
Insbesondere dort, wo starker Schiffsverkehr herrscht, ist es wichtig, eine ausreichende Manövrierfähigkeit zu besitzen und dies auch dann, wenn der Hauptantrieb ausfällt. Die Antriebsleistung sollte so groß sein, dass man auch bei widrigen Umständen (Strömungen, Windverhältnisse etc.) noch sicher in der Lage ist, seinen beabsichtigten Kurs beizubehalten und anderen Fahrzeugen, insbesondere der Großschifffahrt, auszuweichen.

Die Ruderanlage sollte zuverlässig, leichtgängig und von ausreichender Wirkung (Größe und Art des Ruderblattes) sein.


Lichterführung

Die Lichterführung auf Kleinfahrzeugen ist in entsprechenden Verkehrsvorschriften geregelt. Es ist vorgeschrieben, welche Positionslaternen bzw. Signalleuchten zu benutzen und wo/wie diese anzubringen sind ("Führung").
Die verwendeten Signalleuchten müssen für die Benutzung im Binnenbereich durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) zugelassen sein. Dies ist an dem entsprechenden Zulassungszeichen, bestehend aus einem Anker, dem Buchstaben des Zulassungslandes, z.B. "D" = Deutschland, und der entsprechenden Zulassungsnummer, bestehend aus einer zweistelligen Jahreszahl und einer dreistelligen Nummer, z.B. ("Anker") D.92.123 zu erkennen.
Die bisherigen Zulassungsnummern älteren Datums (gleicher Aufbau, jedoch ohne Jahreszahl, also z.B. "Anker" D. 1234) sind weiterhin gültig.

Auch Kleinfahrzeuge ohne Maschinenantrieb, also Ruderboote, Paddelboote, Segelboote u.ä. müssen in der Lage sein, die in den Polizeiverordnungen für sie vorgeschriebenen Lichter (meist weißes Rundumlicht) zu zeigen.
Diese Lichter müssen ebenfalls den Zulassungsbestimmungen entsprechen.
Für Detailfragen wenden Sie sich bitte an den Fachhandel, die Wassersportverbände, oder Ihre Wasserschutzpolizei.


Sicherheitsausrüstung

Auch die Ausrüstung eines Sportbootes muss sich an dessen Größe und der zu befahrenden Wasserstraßen orientieren.

Wenn man sich dort bewegt, wo Berufsschifffahrt stattfindet, ist es absolut notwendig, sicherzustellen, dass bei einem Ausfall des Hauptantriebes (z.B. Motorschaden oder Seil in der Schraube, Flaute bei Seglern...) noch die Möglichkeit besteht, die Fahrrinne zu verlassen oder Fahrzeugen auszuweichen. Die Großschifffahrt ist durch lange "Bremswege" oft nicht in der Lage, liegengebliebenen Fahrzeugen auszuweichen.
Sie sollten daher über einen
zweiten Antrieb für Notfälle verfügen. Dies kann bei kleineren Fahrzeugen ein (besser zwei) Paddel sein, bei größeren Fahrzeugen (Segelboote) ist ein zusätzlicher kleiner Außenborder, der betriebsbereit montiert sein sollte, zu empfehlen. Beachten Sie dabei jedoch die Führerscheinpflicht ab 3,69 KW (5 PS). Größere Fahrzeuge sollten einen Anker an Bord haben, um im Notfall das Boot außerhalb der Fahrrinne zumindest auf der Stelle halten zu können.

Selbstverständlich sollte es sein, dass für alle an Bord befindlichen Personen
Rettungswesten vorhanden sind und diese auch ständig getragen werden. Beim Kauf der Rettungsweste ist darauf zu achten, dass diese "ohnmachtssicher" ist, also im Falle einer Bewusstlosigkeit den Kopf in Rückenlage über Wasser hält und so das Atmen ermöglicht.
Eine Vielzahl der auf den Schifffahrtsstraßen ertrunkenen Personen könnte heute noch am Leben sein, wenn eine Rettungsweste getragen worden wäre.

Sie müssen in Notfällen in der Lage sein, die entsprechenden Notsignale zu geben. Aus diesem Grund sollten geeignete Mittel für Schall-/Leuchtsignale bzw. eine rote Flagge an Bord sein.


Auch ist ein Feuerlöscher sinnvoll.

Denken Sie bitte auch an die regelmäßige Wartung / Überprüfung von Schwimmwesten und Feuerlöschern durch entsprechende Fachbetriebe.

Ein Verbandskasten sollte immer an Bord sein.
Darüber hinaus sollten Sie eine komplette Ausstattung an Fendern, Leinen (Schleppleine!) und einen Bootshaken an Bord haben.


Funkgeräte

Wenn Sie ein Funkgerät auf Ihrem Schiff betreiben wollen, so muss dieses für den jeweiligen Bereich (Binnen oder See) zugelassen und genehmigt sein. Die Zulassung erkennen Sie an der jeweiligen BZT-Nr. (früher FTZ), die Genehmigung zum Errichten und Betreiben erteilt die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (REGTP) Hamburg für den Seebereich und die REGTP Mülheim/Ruhr für den Binnenbereich. Sollten Sie ein Gerät für den Binnenfunk (früher "Rheinfunk") anmelden, so muss dieses über das automatische Erkennungssystem "ATIS" verfügen.
Darüber hinaus müssen Sie mindestens das UKW-Sprechfunkzeugnis besitzen, wenn Sie ein Funkgerät im Binnen- oder Seebereich benutzen wollen.
Auskunft hierzu erteilt Ihnen die REGTP.

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5. Kennzeichnung (Zulassung) für Sportboote

Großfahrzeuge

 

Erfüllt ein Fahrzeug die Voraussetzungen eines Großfahrzeuges gemäß der jeweiligen Untersuchungsordnung (s.o.) muss es grundsätzlich für den Verkehr auf den Binnenwasserstraßen zugelassen und gekennzeichnet sein.

Für die Zulassung muss zunächst eine Untersuchung durch die Zentralstelle der Schiffsuntersuchungskommission (ZSUK) erfolgen. Die ZSUK überprüft, ob das Fahrzeug den baulichen und ausrüstungsbezogenen Anforderungen entspricht und legt die erforderliche Mindestbesatzung fest.

Dann erhält das Fahrzeug ein Schiffsattest, welches die Zulassung, ähnlich dem KFZ-Schein bei Landfahrzeugen, dokumentiert. Dieses Attest muss an Bord mitgeführt werden. Es ist 10 Jahre gültig, dann ist eine neue Untersuchung, vergleichbar mit der regelmäßigen "TÜV"-Untersuchung von PKW und LKW, fällig.

Genaueres über Sportboote ab 20 m Länge erfragen Sie bitte im Bedarfsfall bei der ZSUK der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest.


Kleinfahrzeuge


Die weitaus meisten Sportboote sind Kleinfahrzeuge im Sinne der Verordnungen und müssen bis auf wenige Ausnahmen ein amtliches oder amtlich anerkanntes Kennzeichen führen.


Amtliche Kennzeichnung:

 

1. Amtliche Kennzeichen werden von den Wasser- und Schifffahrtsämtern (WSÄ) ausgegeben. Sie bestehen aus einer Buchstabenkombination, die das ausstellende WSA angibt (z.B. DUR = WSA Duisburg-Rhein), und mit Bindestrich angeschlossenen Buchstaben und Ziffern. (z.B. DUR-A 166)
 
2. Neben diesen, von den WSÄ ausgegebenen Kennzeichen kann auch, wenn das Fahrzeug im Binnenschiffsregister eingetragen ist, die dortige Registernummer, gefolgt von dem Buchstaben "B", zusammen mit Namen und Heimatort (Registerort) des Fahrzeuges als Kennzeichnung verwendet werden.
 
3. Bei Schiffen, die im Seeschiffsregister eingetragen sind, kann auch das Funkrufzeichen oder die IMO-Nummer als Kennzeichnung dienen.
 
4. Auch die Nummer des vom BSH ausgestellten Flaggenzertifikates, gefolgt von dem Kennbuchstaben "F", wird als Kennzeichnung anerkannt.
 
5. Die nach Landesrecht zugeteilten amtlichen Kennzeichen können auch auf Bundeswasserstraßen geführt werden, wenn sie vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen anerkannt sind.


Amtlich anerkannte Kennzeichen

 

Neben den amtlichen, also behördlich ausgestellten Kennzeichen, kann auch die Nummer des "Internationalen Bootsscheins" (IBS), gefolgt vom Kennbuchstaben der ausstellenden Organisation, als amtlich anerkannte Kennzeichnung geführt werden. Dies gilt nicht für Wassermotorräder

Die Kennbuchstaben sind: "M" für den Deutschen Motoryachtverband (DMYV), "S" für den Deutschen Segler-Verband (DSV) und "A" für den ADAC.
Diese Kennzeichen bzw. der Internationale Bootsschein, können bei diesen Organisationen beantragt werden.


Geltungsdauer der Kennzeichen

Die von den WSÄ ausgestellten sowie die aufgrund des IBS erteilten Kennzeichen gelten unbefristet.
Technische Änderungen oder Änderungen der Eigentumsverhältnisse müssen jedoch nachträglich angegeben und eingetragen werden.


Wie bekomme ich mein Kennzeichen?

Kennzeichen werden auf Antrag zugeteilt. Bei Antragstellung müssen die Eigentumsverhältnisse "glaubhaft" nachgewiesen werden. Dies erfolgt in aller Regel durch Vorlage eines Kaufvertrages. Die wichtigsten technischen Daten wie Abmessungen und Motorangaben sind anhand von Herstellerunterlagen, Gutachten, Bootsbriefe o.ä. nachzuweisen.


Anbringung des Kennzeichens, Mitführen von Unterlagen an Bord

Kennzeichen müssen gemäß Kleinfahrzeugkennzeichnungsverordnung in mind. 10 cm hohen Buchstaben dunkel auf hellem Grund oder hell auf dunklem Grund an beiden Seiten oder am Heckspiegel des Fahrzeuges angebracht sein.
Die WSÄ stellen einen Ausweis über das amtlich zugeteilte Kennzeichen aus. Dieser ist an Bord mitzuführen. Wurde das Kennzeichen aufgrund eines anderen Dokumentes ausgestellt. z.B. IBS, so ist dieses mitzuführen.


Was, wenn mein Fahrzeug im Ausland liegt?

Entscheidend für die Pflicht zur Kennzeichnung ist der Wohnsitz des Bootseigentümers. Liegt der Wohnsitz in Deutschland, so muss, wenn Sie in Deutschland mit Ihrem Boot fahren wollen, auch ein deutsches Kennzeichen geführt werden, selbst wenn das Fahrzeug ansonsten im Ausland liegt. Jeweilige besondere Kennzeichnungsbestimmungen des Auslandes (z. B. in den Niederlanden für Boote, die schneller als 20 km/h fahren können) sind im Ausland selbstverständlich weiterhin zusätzlich zu beachten.
Wenn der Bootseigentümer seinen Wohnsitz im Ausland hat, kann er in Deutschland sein Fahrzeug mit der am Wohnort vorgeschriebenen Kennzeichnung führen.
Sollte im Ausland keine Pflicht zur Kennzeichnung bestehen, so muss das Fahrzeug mit Namen und Heimathafen sowie Namen und Anschrift des Eigentümers gekennzeichnet sein. Diese Regelung gilt jedoch nur für Staaten, bei denen Gegenseitigkeit gewährleistet ist, die also im Gegenzug deutsche Kennzeichen anerkennen.


Nationalitätenkennzeichen

Zusätzlich zur amtlichen Kennzeichnung darf nur das "D" für Deutschland als Nationalitätenkennzeichen geführt werden.


Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht

Die 1995 in Kraft getretene Kennzeichnungsverordnung (KlFzKV-BinSch) regelt, dass Sportboote, die unter den Begriff des Kleinfahrzeuges (<20 m) fallen, ein amtliches oder amtlich anerkanntes Kennzeichen führen müssen. Ausgenommen hiervon sind:

Wasserfahrzeuge, die nur mit Muskelkraft fortbewegt werden
Wasserfahrzeuge, die nur unter Segel fortbewegt werden können bis 5,50 m Länge
Wasserfahrzeuge mit Antriebsmaschine, deren effektive Nutzleistung nicht mehr als 2,21 kW beträgt
Beiboote (müssen jedoch so gekennzeichnet sein, dass die Zugehörigkeit zum Mutterschiff erkennbar ist)
 

Sollte Ihr Kleinfahrzeug eines der vorgenannten Kriterien erfüllen, benötigt es keine Kennzeichnung nach der KlFzKV-BinSch. Es kann jedoch auf freiwilliger Basis ein Kennzeichen erhalten.




Ausnahme "Wassermotorräder"

Wassermotorräder müssen ausschließlich amtliche Kennzeichen führen. Amtlich anerkannte (s. o.) Kennzeichnungen sind für diese Fahrzeuge nicht zulässig.

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6. Führerscheine in der Sportschifffahrt

 

Zum Führen eines Sportbootes, dessen Antriebsmaschine eine Leistung von 3,69 kW (5 PS) oder mehr sowie eine Länge von bis zu 15 m hat, ist auf den Binnenwasserstraßen ein Führerschein erforderlich.
Auf dem Rhein benötigt man für Fahrzeuge von mehr als 15 m bis 25 m Länge ein Sportpatent, im Binnenbereich ein Sportschifferzeugnis.


Führerscheinfrei

Für mit Muskelkraft betriebene Fahrzeuge, Fahrzeuge unter Segel, Sportboote, deren Antriebsmaschine weniger als 3,69 KW (5 PS) leistet, ist im Bereich der Binnen- und Seewasserstraßen ein Führerschein grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Hierbei gibt es jedoch örtlich abweichende Bestimmungen, z.B. in Berlin, den Brandenburger Wasserstraßen und auf dem Bodensee.


Wo und wie bekommt man einen Führerschein ?

Die Sportbootführerscheine werden durch den Deutschen Motoryachtverband (DMYV) oder durch den Deutschen Segler-Verband (DSV) ausgestellt, wo Sie auch die entsprechenden Antragsformulare erhalten.
Sie müssen dort in einer Prüfung sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse nachweisen.

Das Mindestalter für den Erwerb eines Sportbootführerscheins beträgt 16 Jahre.

Bewerber müssen körperlich und geistig tauglich zum Führen von Sportbooten sein, insbesondere über ein ausreichendes Seh- und Hörvermögen verfügen.
Ist ein Bewerber nur bedingt tauglich, so kann ihm ein Führerschein unter Auflagen (Brille etc.) erteilt werden.



Welche Führerscheine gelten zur Zeit ?

Neben dem zur Zeit aktuellen Sportbootführerschein -Binnen- gelten noch einige andere Führerscheine älteren Datums weiter. Daneben gibt es Befähigungsnachweise, die den Führerschein ersetzen und solche, die zum prüfungsfreien Erwerb eines Führerscheins berechtigen. Insgesamt existieren ca. 60 (!) verschiedene Befähigungsnachweise dieser Art. Es würde zu weit führen, sie alle aufzuzählen, daher sollen hier nur einige der wichtigsten genannt sein:


Weiterhin Gültigkeit haben

 

1. Sporbootführerschein - Binnen-, ausgestellt gemäß Sportbootführerscheinverordnung -Binnen- vom 21.03.1978, Sportbootführerschein -See-, ausgestellt vor dem 01.04.1978, Motorbootführerschein (A) für Binnenfahrt, ausgestellt gemäß der Motorbootführerscheinverordnung vom 17.01.1967.
 
2. Als Führerschein anerkannt: entsprechende Berechtigungsscheine zum Führen von Dienstfahrzeugen (Bundeswehr, Polizei, BGS, Feuerwehr etc.)
 
3. Zum Erwerb eines Führerscheins berechtigen - DLRG-Bootsführerscheine, Schifferdienstbuch mit Qualifikation mindestens als Matrose, Bootsführerscheine des DRK oder Kat.-Schutzes etc.


 

Diese Aufstellung ist keinesfalls vollständig. In Zweifelsfragen wenden Sie sich bitte an Ihre Wasserschutzpolizei, den DMYV, den DSV oder den ADAC.


Geltung ausländischer Führerscheine

Wer als deutscher Staatsbürger ein Sportboot auf den Binnenwasserstraßen führen will, bedarf eines deutschen Führerscheins.
Ausländische Führerscheine für deutsche Staatsbürger gelten nur dann, wenn der Betreffende seinen Wohnsitz im Ausland hat. Dann darf er maximal ein Jahr mit diesem Führerschein in Deutschland fahren. Dies gilt nur dann, wenn Gegenseitigkeit gewährleistet ist, also der andere Staat deutsche Führerscheine im Gegenzug anerkennt.

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7. Verhalten auf den Wasserstraßen

 

Leichtsinn des Bootsführers ist eine häufige Unfallursache im Sportbootbereich. Unangebrachtes "Imponiergehabe" und "PS-Protzerei" lenken oftmals von den Verkehrsabläufen in der Schifffahrt ab und es kommt zu folgenschweren Unfällen. Besonders bei Kollisionen von Sportfahrzeugen mit der Großschifffahrt sind schwere Verletzungen der Bootsinsassen und hohe Sachschäden am Sportboot oftmals die Folge.

Daher sollten Sportbootfahrer immer berücksichtigen, dass die Großschifffahrt / Berufsschifffahrt Vorrang hat und oftmals auf Grund der Größe ihrer Fahrzeuge nicht in der Lage ist, schnell aufzustoppen oder auszuweichen.

Die Wasserschutzpolizei möchte Ihnen im Folgenden einige Hinweise geben, deren Beachtung in Ihrem eigenen Interesse Unfälle, Beschädigungen und Gefährdungen verhindert und zum rücksichtsvollen Miteinander beiträgt:


Geschwindigkeit

Hohe Geschwindigkeiten bedeuten immer längere Anhaltewege und beinhalten die Pflicht zur erhöhten Aufmerksamkeit beim Bootsführer. Hinzu kommt, dass die Wellen- und Sogbildung eines Schiffes mit zunehmender Geschwindigkeit steigt.
Hierdurch kann es zu einer Schädigung der Ufer und ihrer Bepflanzung und, durch kaum sichtbare Sog- und Dünungsbildung hinter schnell fahrenden Fahrzeugen, zu unnötigen Belästigungen oder sogar Schädigungen anderer Personen oder Fahrzeuge (auch Großfahrzeuge) kommen.

Passen Sie also bitte Ihre Geschwindigkeit der Verkehrsdichte und den örtlichen Gegebenheiten an. Schauen Sie regelmäßig nach hinten und beobachten Sie, welche Wellen- und Sogwirkungen Ihr Fahrzeug entwickelt.

Insbesondere stillliegende Fahrzeuge sollten langsam bzw. mit entsprechendem Abstand passiert werden.


Fahrtüchtigkeit / Alkohol

Wer ein Sportboot führen will, muss dazu körperlich und geistig geeignet sein. Alkoholgenuß und Teilnahme am Schiffsverkehr schließen sich gegenseitig aus.

In der Schifffahrt gilt die 0,5 Promillegrenze. Die Wasserschutzpolizei führt regelmäßig Alkoholkontrollen durch.

Auch die Einnahme von Medikamenten oder Übermüdung kann Ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Führen Sie Ihr Sportboot daher nur, wenn Sie sich "fit" fühlen.

Bedenken Sie auch, dass bei einer Alkoholisierung des Bootsführers im Falle eines Unfalles der Versicherungsschutz erlöschen kann und die Schadenshöhen bei Schiffsunfällen in aller Regel erheblich höher als im Straßenverkehr sind.


Rettungswesten

Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass fehlende Rettungsmittel auch bei zunächst leichten Unfällen (Kentern) zu schweren Folgen führen können. Eine gute Rettungsweste kostet ca. EUR 200,-, kann aber im Schadensfall Ihr Leben retten. Sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle und verzichten Sie nicht aus Bequemlichkeit oder Übermut auf das Tragen der Weste.
Sie sind auch für Ihre Besatzungsmitglieder mitverantwortlich. Weisen Sie sie an, Rettungswesten zu tragen.

Achten Sie beim Kauf einer Weste darauf, dass diese ohnmachtssicher ist. Häufig kommt es zu einer Bewusstlosigkeit beim Sturz ins Wasser. In diesen Fällen muss die Weste gewährleisten, dass der Kopf über Wasser gehalten wird, so dass der Betreffende nicht ertrinkt.
Denken Sie an die regelmäßige Wartung und Überprüfung von Automatikwesten.


Verhalten gegenüber der Großschifffahrt

Leider kommt es immer wieder zu Konfliktsituationen zwischen Sportbooten und Binnenschiffen. Sie sollten daher bei Ihrem Verhalten gegenüber der Großschifffahrt bitte folgendes bedenken:


 

- Kleinfahrzeuge sind gemäß den Verkehrsvorschriften grundsätzlich ausweichpflichtig gegenüber Großfahrzeugen
 
- Binnenschiffe haben unter Umständen einen sehr großen "toten Sichtwinkel" nach vorn. Dies bedeutet, dass der Schiffsführer Sie und Ihr Fahrzeug in diesem Bereich nicht wahrnehmen kann. Wenn in einer solchen Situation Ihr Antrieb aus welchen Gründen auch immer ausfällt, hat der Schiffsführer des Großschiffes keine Möglichkeit, entsprechend zu reagieren.


 

Hier nun einige Tipps, die Sie beachten sollten, wenn Sie sich im Fahrwasser der Großschifffahrt aufhalten:


 

- Schauen Sie sich als Bootsführer ab und zu nach hinten um, damit Sie vor unliebsamen Überraschungen sicher sind.
 
- Unterschätzen Sie nicht die Geschwindigkeiten der Großschiffe, die mit ca. 10 - 15 km/h in der Bergfahrt und mehr als 20 km/h in der Talfahrt oftmals schneller fahren, als Verdrängeryachten oder Segelboote fahren können.
 
- Vermeiden Sie es, direkt vor einem Binnenschiff zu fahren. Wenn Sie den Kurs eines Schiffes kreuzen müssen, tun Sie dies in entsprechendem Abstand.
 
- Halten Sie auch beim Überholen und Begegnen ausreichend seitlichen Abstand, um der oftmals unterschätzten Sogwirkung der Großfahrzeuge zu entgehen.
 
- Fahren Sie, wenn möglich, am Rand des Fahrwassers der Großschifffahrt.
 
- Seien Sie im Bereich von Hafeneinfahrten und -ausfahrten und bei Fahrwasserkreuzungen entsprechend aufmerksam, insbesondere wenn diese nicht vollständig einsehbar sind.
 
- Geben Sie bei Maschinenausfällen oder in sonstigen Notfällen rechtzeitig und deutlich die entsprechenden Notsignale und räumen Sie schnellstmöglich das Fahrwasser.
 
- Rechnen Sie nicht damit, dass ein Großfahrzeug Ihnen ausweicht.
 
- Beachten Sie den Vorrang der Großschifffahrt beim Schleusen.
 
- Machen Sie sich immer bewusst, dass hier ungleiche Partner aufeinander treffen. Die Sportboote sind im Verhältnis zu Binnenschiffen relativ klein und zerbrechlich. Im Falle einer Kollision kommt es oft zum Totalschaden beim Sportboot, während beim Binnenschiff nur einige Kratzer entstehen.

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8.1 Besondere Regelungen für Wasserskifahrer

 

Generell ist das Wasserskifahren auf Binnenwasserstraßen verboten. Es ist nur auf den Strecken gestattet, die durch Tafelzeichen E 17 (blaue Tafel mit weißem Wasserskiläufer) freigegeben sind. Anfang, Ende und ggf. Breite der Strecke werden durch zusätzliche Hinweise am Tafelzeichen E 17 definiert. Weiterhin ist auf diesen Strecken das Wasserskifahren nur erlaubt, in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang oder den auf Zusatzzeichen angegebenen Zeiten und nur bei Wetter mit einer Sicht von mehr als 1000m. Der Läufer ist ebenfalls gehalten, eine geeignete Wasserskiweste oder einen geeigneten Wasserskianzug zu tragen.

Das ziehende Fahrzeug muss mit einer
zweiten geeigneten Person besetzt sein, die den Läufer beobachtet und den Schiffsführer unterrichtet.

Verkehrsteilnehmer oder Personen im Wasser dürfen weder gefährdet, behindert oder belästigt werden; Ufer, Bauwerke oder Schifffahrtszeichen nicht beschädigt werden. Bei jeder Vorbeifahrt gilt generell: Mindestabstand 10m, Läufer klar im Kielwasser.

Dem Wasserskilaufen gleichgestellt sind alle Betätigungen, bei denen Personen hinter einem Wasserfahrzeug hergezogen werden.

Einer besonderen Erlaubnis der Wasser- und Schifffahrtsdirektion bedarf das Wasserskilaufen von mehreren Personen an einer oder mehreren seitlich am Fahrzeug fest angebrachten Stangen oder sonstigen Vorrichtungen und das Drachen- oder Fallschirmfliegen.


 

Für Wasserski freigegebene Strecken in Nordrhein-Westfalen befinden sich bei folgenden Stromkilometern:

 

Rhein-km 647,86 - 651,00 Höhe Bad Godesberg - Plittersdorf nur linke Stromseite
(Auergrund)
Rhein-km 661,10 - 664,20 Höhe Herseler Werth bis
Hochspannungsleitung
unter Widdig
nur rechte Stromseite
Rhein-km 680,00 - 683,40 von Westhoven bis
Straßenbrücke Rodenkirchen
nur rechte Stromseite
Rhein-km 731,81 - 717,01 unterhalb Piwipp bis
oberhalb Zons
nur linke Stromseite
Rhein-km 745,50 - 749,00 Höhe Düsseldorf Niederkassel
bis Einfahrt Löricker Hafen
nur linke Stromseite
Rhein-km 755,40 - 759,30 unterhalb Fähre Kaiserswerth-
Langst bis unterhalb Nierst
nur linke Stromseite
Rhein-km 843,00 - 844,975 oberhalb Griethorter Altrhein nur rechte Stromseite
Weser-km 178,00 - 181,00 oberhalb Vlotho (Höhe
Familienfreizeit Borlefzen)
 
Weser-km 185,00 - 188,00 Höhe Autobahnbrücke
Bad Oeynhausen
 
Weser-km 209,00 - 213,50 zwischen Minden und
Petershagen ("Heisterholz")
 
Weser-km 216,00 - 218,00 unterer Wehrarm Petershagen 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr,
vom 1 Juni bis 30 September,
für Schwerbehinderte
auch von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr

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8.2 Besondere Regelungen für Wassermororräder

 

Besondere Regeln betreffen die sog. Wassermotorräder. Dies sind laut gesetzlicher Definition Kleinfahrzeuge, die als Personal Water Craft wie "Wasserbob", "Wasserscooter", "Jetbike" oder "Jetski" bezeichnet werden und sonstige gleichartige Fahrzeuge. Wassermotorräder mit einer Leistung von 3,69 KW (5 PS) oder mehr sind selbstverständlich führerscheinpflichtig.

Im Bereich der Kennzeichnung gilt die Sonderregel, dass diese Fahrzeuge ausschließlich mit einem
amtlichen Kennzeichen versehen sein müssen. Amtlich anerkannte Kennzeichnungen sind nicht zulässig.

Wassermotorräder dürfen auf Binnenwasserstraßen nur auf solchen Flächen fahren, die durch das Tafelzeichen "E 22" (weißes Wassermotorrad mit Fahrer auf blauem Grund) dafür freigegeben sind. Außerhalb dieser Flächen dürfen Wassermotorräder nur fahren, um die nächstgelegene freigegebene Fläche zu erreichen oder um Wander- bzw. Tourenfahrten durchzuführen. In diesen Fällen ist ein klar erkennbarer Geradeauskurs einzuhalten.

Wenn Wassermotorräder auf zugelassenen Flächen bewegt werden, haben die Fahrzeugführer sich so zu verhalten, dass kein anderer gefährdet, die übrige Schifffahrt nicht behindert und andere Fahrzeuge, Bauwerke, Anlagen und die Ufervegetation nicht beschädigt werden. Sie haben ihre Geschwindigkeit rechtzeitig in erforderlichem Maße zu verringern und bei Vorbeifahrten einen entsprechenden Abstand, mindestens 10 Meter, einzuhalten.
Wassermotorräder dürfen nur auf befestigten Zugängen wie Slipanlagen oder Rampen oder mittels geeigneter Kranvorrichtung zu Wasser gelassen oder aus dem Wasser herausgenommen werden.

Das Fahren mit Wassermotorrädern ist nur zulässig:


 

- In der Zeit von 07.00 Uhr bis 20.00 Uhr, jedoch nicht vor Sonnenaufgang und nicht nach Sonnenuntergang, und nur bei Wetter mit einer Sicht von mehr als 1000 m,
 
- wenn durch technische Einrichtungen sichergestellt ist, dass sich im Falle eines Überbordgehens des Fahrzeugführers der Motor automatisch abschaltet oder auf kleinste Fahrstufe zurückschaltet und das Fahrzeug eine Kreisbahn einschlägt,
 
- wenn Fahrzeugführer und Beifahrer Schwimmwesten tragen, die den Anforderungen nach DIN EN 393 entsprechen oder einen Auftrieb von mindestens 50 Newton gewährleisten.


 

Für Wassermotorräder freigegebene Strecken in Nordrhein-Westfalen befinden sich bei folgenden Stromkilometern:


 

Rhein-km 666,50 - 667,00 Höhe Niederkassel nur linke Stromseite
Rhein-km 750,00 - 753,00 Düsseldorf Stockum / Büderich
bis Autobahnbrücke A 44
 
Weser-km 166,00 - 166,50 Höhe Jachthafen Doktorsee  
Weser-km 192,70 - 194,00 Höhe Porta Westfalica-Costedt
unterhalb der Freileitung
 

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9. Sonstige Hinweise

Umweltschutz, Entsorgung von Abfällen

 

Die Reinhaltung unserer Gewässer und deren Ufer liegt in unser aller Interesse. Die Wasserschutzpolizei sieht daher den Schutz der Umwelt als eine wichtige Aufgabe an.

Wer unsere Gewässer verschmutzt, schadet nicht nur der Allgemeinheit, sondern macht sich in aller Regel auch strafbar.

Umweltverschmutzung ist kein Kavaliersdelikt und wird von den Gerichten entsprechend hart bestraft !

Art und Menge der Verunreinigung spielen beim Straftatbestand der Gewässerverunreinigung keine Rolle. Sie können sich auch schon durch das Einbringen nur kleiner Mengen wassergefährdender Stoffe strafbar machen.

Schon das Einbringen geringer Mengen Öl wird beispielsweise, auch bei fahrlässiger Begehung, in aller Regel hart bestraft. Hinzu kommen die Kosten für die Beseitigung der Verschmutzung.

Sie sollten als Sportbootfahrer daher im Interesse der Umwelt folgende Grundsätze beachten:

- Bringen Sie keinerlei feste oder flüssige Stoffe in ein Gewässer ein.
(Dazu zählen auch Schleifstäube, Farbe und Farbreste, Waschwässer etc.)
 
- Passen Sie Ihre Fahrweise in Bezug auf Mindestabstände und Geschwindigkeiten den örtlichen Gegebenheiten an. Bedenken Sie immer die möglichen schädlichen Auswirkungen von Sog und Wellenschlag Ihres Fahrzeuges für die Ufervegetation.
 
- Reinigen und pflegen Sie Ihr Boot, wenn möglich, nur an Land. Bei Reinigung im Wasser verwenden Sie nach Möglichkeit nur klares Wasser oder Reinigungsmittel, die biologisch abbaubar und phosphatfrei sind und halten Sie sich an die vom Hersteller vorgesehene Mindestdosierung.
 
- Entsorgen Sie Ihre Abfälle umweltgerecht sortiert im Hausmüll (soweit möglich) oder bei entsprechenden Annahmestellen für Sonderabfälle.
 
- Sorgen Sie dafür, dass beim Betrieb Ihres Bootes kein Öl oder Treibstoff in das Gewässer gelangen kann.
 
- Meiden Sie Naturschutzgebiete und stören Sie Tiere nicht in ihrer Ruhe.
 
- Schonen Sie die Ufer und deren Vegetation, indem Sie nur an dafür vorgesehenen Stellen festmachen oder anlanden.
 
- Denken Sie daran, dass eventuell eingebaute automatische Lenzeinrichtungen auch Öl mit aussenbords pumpen, wenn diese sich einschalten.



Gefahren durch Feuer und Explosion

 

Eine weitere Ursache für Unfälle in der Sportschifffahrt sind Undichtigkeiten im Kraftstoffbereich oder in der Gasanlage sowie Kurzschlüsse in der Bordelektrik, die zu Bränden oder Explosionen an Bord führen.
Es ist daher dringend angeraten, alle Einrichtungen Ihres Bootes, die mit explosiven oder brennbaren Gasen oder Flüssigkeiten betrieben werden, nur durch einen Fachmann einbauen und durch diesen regelmäßig warten und im Bedarfsfalle reparieren zu lassen. Gleiches gilt auch für die Elektroinstallation.
Laienhafte durchgeführte Einbauten und Reparaturarbeiten haben schon oft zu katastrophalen Folgen für Schiff und Besatzung geführt.

Kontrollieren Sie möglichst vor jeder Fahrt Tank, Motor, Leitungen des Kraftstoffsystems und die Gasinstallation auf Undichtigkeiten. Sorgen Sie im Maschinenraum für entsprechende Belüftung.

Lüften Sie den Maschinenraum, insbesondere bei benzingetriebenen Fahrzeugen, gut durch, bevor Sie den Motor starten.

Rüsten Sie Ihr Fahrzeug mit Feuerlöschern aus und lassen Sie diese regelmäßig gemäß den Herstellerangaben warten. Platzieren Sie die Feuerlöscher so an Bord, dass sie im Notfall sofort verfügbar sind.
Bauen Sie eine Gaswarnanlage ein, wenn Sie eine Gasanlage an Bord haben.


Schutz vor Diebstahl und Einbruch

Da Sportboote mit ihrer Ausrüstung und Ausstattung oftmals einen großen Wert darstellen, sind sie auch lohnende Ziele für Diebe. Die Wasserschutzpolizei rät daher, Boot und Trailer gegen Diebstahl zu sichern. Einschlägige Fachfirmen bieten mittlerweile ein umfangreiches Sortiment entsprechender Gerätschaften an.

Sie erhalten genauere Informationen und Infoschriften zu den Themen Umweltschutz, Führerscheinrecht, Entsorgung von Abfällen in der Schifffahrt, Eigentumsschutz und Schutz vor Feuer an Bord beim Kommissariat -Vorbeugung/Verkehrssicherheitsberatung- der WSP NRW in Duisburg, 0203/80869-30, und allen anderen Dienststellen der Wasserschutzpolizei Nordrhein-Westfalen.

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Wasserschutzpolizei Nordrhein-Westfalen



 

Die Wasserschutzpolizei (WSP) verfügt im Lande Nordrhein-Westfalen über die nachfolgend aufgeführten Dienststellen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen:


 

Präsidium der Wasserschutzpolizei Nordrhein-Westfalen
Moerser Straße 217 - 219, 47198 Duisburg, Tel.: 02066 / 228-0
- Presse und Öffentlichkeitsarbeit: Tel.: 02066/228 - 271, Fax: 02066/228-278

Zentrale Kriminalitätsbekämpfung (ZKB)
KK 21 -Vorbeugung/Verkehrssicherheitsberatung-
Dammstraße 28, 47119 Duisburg,
Tel.: 0203 / 80869-30, Fax: 0203 / 80869-31
E-Mail: wsp.nrw.zkb@t-online.de

WSP-Hauptwache Duisburg
Vinckeufer 16, 47119 Duisburg, Tel.: 0203 / 800770

WSP-Wache Bonn
Rheinaustr. 132, 53225 Bonn, Tel.: 0228/151410

WSP-Wache Köln
Alfred-Schütte-Allee 2-6, 50679 Köln, Tel.: 0221/8879160

WSP-Wache Düsseldorf
Stromstraße 22, 40221 Düsseldorf, Tel.: 0211/86203511

WSP-Wache Wesel
Werftstraße 9, 46483 Wesel, Tel.: 0281/339010

WSP-Wache Emmerich
Wassertor 4, 46446 Emmerich, Tel.: 02822/9140780

WSP-Hauptwache Münster
Wilhelmshavenufer 20, 48155 Münster, Tel.: 0251/37850

WSP-Wache Bergeshövede
Kanalstraße 135, 48477 Hörstel, Tel.: 05459/6051

mit der Wachdienstgruppe Bramsche
Am Sperrtor, 49565 Bramsche, Tel.: 05461/91235

WSP-Wache Minden
Marienstraße 82, 32425 Minden/Westfalen, Tel.: 0571/85107

WSP-Wache Essen
Ostuferstraße 19, 45356 Essen, Tel.: 0201/8294061

WSP-Wache Datteln
Kanalweg 17, 45711 Datteln, Tel.: 02363/361030

mit der WSP-Wachdienstgruppe Dorsten
Hammer Weg 2, 46282 Dorsten, Telefon: 02362/794380
 

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Quelle Wsp NRW  Änderungen Heinz Kratz 13 August 2003